Mitgliederversammlung 2026: Zustimmung zur Gründung von zwei Gesellschaften

Die ordentliche Mitgliederversammlung 2026 des TSV München von 1860 e.V. fand am 21. Juni 2026 bei tropischer Hitze von über 30 Grad statt. Rund 1.200 Mitglieder hatten trotzdem den Weg ins Zenith gefunden. Sie wählten mit Dominik Heckmair, Jan Walla und Uwe Seemann drei Ersatzmitglieder für den Verwaltungsrat und gaben mit einer klaren Dreiviertel-Mehrheit die Zustimmung zur Gründung von zwei Gesellschaften.

Die Sechzger-Musikanten eröffneten kurz nach 10 Uhr die Versammlung musikalisch, beim Sechzger-Marsch sangen die Anwesenden geschlossen mit. Danach begrüßte Präsident Gernot Mang die zu diesem Zeitpunkt rund 800 anwesenden Mitglieder. Anschließend wurde Peter Schaefer zum Versammlungsleiter bestimmt. Zunächst machte er organisatorische Angaben zum Ablauf der Veranstaltung.

Als nächstes konnte die ordnungsgemäße Einberufung und die Beschlussfähigkeit der Versammlung festgestellt werden. Anschließend wurde die Tagesordnung einstimmig genehmigt sowie Julian Reich zum Protokollführer bestimmt. Danach fand die Genehmigung des Protokolls der vorhergehenden Mitgliederversammlung vom 6. Juli 2025 statt. Auch dieses geschah einstimmig.

Danach wurden die im letzten Jahr verstorbenen Mitglieder geehrt, darunter u.a. Leichtathletin Zenta Kopp, Martin Pflanzelt, Spieler der ersten Mannschaft, und Trainerlegende Karsten Wettberg. Der nächste Tagesordnungspunkt war die Ernennung der Ehrenmitglieder und Beschlussfassung über die Beitragsbefreiung.

Im Anschluss ehrte Vizepräsident Christian Dierl verdiente 1860-Sportlerinnen und Sportler und Teams. Gleich drei Meisterschaften feierten die Fußballerinnen: Die Erste, die U23 und die U15. Dazu wurde Daniel Richter für über 200 Spiele für die Amateur-Fußballer der Löwen ausgezeichnet. Von der Box-Abteilung wurden Jessica Vollmann (u.a. Deutsche Meisterin bis 51 kg), Ardijana Kabashi (u.a. Deutsche und Österreichische Meisterin bis 81 kg), Hasib Malikzdadah (u.a. Deutscher Meister bis 60 kg) und Halil Sirtkaya (u.a. Deutscher Meister der U23) geehrt. Ebenso von der noch jungen Fecht-Abteilung Luis Konvalin, der sich in seinem ersten U17-Jahr für die Deutsche Meisterschaft qualifiziert hatte. Die Rugby-Mannschaft, die in der ersten Saison die Meisterschaft in der Landesliga gewann, wurde ebenfalls ausgezeichnet. Geehrt wurden außerdem aus der Running-Abteilung Tanja Schmid und Oliver Pfenning für herausragende Ausdauerleistungen.

Unter Top 8 standen die „Rechenschaftsberichte“ auf der Tagesordnung. Den Anfang machte Präsident Mang. Er kündigte zunächst an, offen und transparent darüber sprechen zu wollen, was in den letzten Monaten passiert ist. „Es war eine schwere Zeit, die Kraft gekostet und wehgetan hat, aber das, was vor uns liegt, ist die größte Chance für den Verein seit vielen Jahren. Wir sprechen nicht von Krise, sondern von Aufbruch“, warf Mang einen optimistischen Blick voraus.

In seinem Rückblick der letzten zehn Monate bedankte er sich zunächst für die gute Zusammenarbeit beim Aufsichtsratsvorsitzenden Herbert Bergmaier. Im Herbst sei eine Task Force für den Verkauf der Anteile von Hasan Ismaik gegründet worden. „Bis zum 21. Mai war die Zusammenarbeit mit HAM professionell und respektvoll“, erklärte er. Dann sei überraschend von Hasan Isamik das zugesagte Darlehn gekündigt worden. Der Verkauf sei immer wieder an einem unrealistischen Verkaufspreis der HAM gescheitert, ließ der Präsident wissen. Was die über Jahre angehäuften Defizite der KGaA betrifft, wies Mang den Vorwurf an den e.V.  zurück. Die HAM hätte über den Aufsichtsrat in den letzten Jahren immer die „Budgethoheit“ gehabt.

Die Darstellungen von Hasan Ismaik, stellte der Präsident klar, „entsprechen also nicht der Wahrheit“. Die HAM hätte zuletzt bei der Darlehnsübernahme auf der Streichung der Formulierung „soweit verbandsrechtlich zulässig“ bestanden, was für den Verein nie zur Debatte stand. Außerdem wollte HAM nicht offenlegen, woher das Geld für das Darlehn zur Erlangung der Lizenz kommen sollte. Mang: „Wir konnten diesen Vertrag nicht unterzeichnen, wodurch die HAM die Verhandlungen abgebrochen und das Darlehn nicht bezahlt hat.“ Daraufhin habe der Verein den Kooperationsvertrag fristlos gekündigt. Das Feedback zu diesem Schritt sei äußerst positiv gewesen, etwa 1.000 Anmeldungen von Neumitglieder führte er als Zustimmung zu diesem Schritt an.

Ein mittlerer Millionenbetrag sei Hasan Ismaik für die 60 Prozent Anteile plus des Merchandisings vom e.V. angeboten worden. Es sei keine adäquate Reaktion darauf erfolgt. Mang geht nun davon aus, das nächste Woche die KGaA Insolvenz anmelden wird. „Wenn das geschehen ist, werden wir uns schnell mit dem Insolvenz-Verwalter in Verbindung setzen, um für alle Fans eine gute Lösung zu finden. Ich hoffe, dass wir in den nächsten zwei Wochen Klarheit bekommen.“

Er sieht im eingeschlagenen Weg des Präsidiums eine große Zustimmung im Verein. So habe der Mitgliederstand sich im letzten Jahr von 27.196 auf fast 29.000 erhöht. „Ich möchte mich dafür bei allen Mitgliedern bedanken, ebenso bei den Gremien und den Mitarbeitern im e.V. für die gute Zusammenarbeit.“

Der Präsident positionierte sich ebenfalls klar zum Grünwalder Stadion als Heimat des TSV 1860 München. Hierfür soll das Grünwalder Stadion erst- und zweitligataugleich mit 27.000 Zuschauern einschließlich 2.000 Logenplätze ausgebaut werden. Das sei Teil der von Walter Lechner federführend erarbeiteten Machbarkeitsstudie. „Dieses Projekt ist aus dem Verein entstanden. Der Verein lebt stärker denn je. Der Löwe befreit sich von seinen Fesseln und zeigt Zähne. Wir sind der Verein!“, schloss Mang seine Ausführungen.

Als Schatzmeister präsentierte danach Heinz Schmidt den Jahresabschluss des Geschäftsjahres 2024/2025. Dabei musste er einen Jahresminus von 414.853 Euro für diesen Zeitraum attestieren. Präsidiumskollege Schaefer folgte. Er berichtete vom Projekt zur Verhinderung von „Hate Speech“ in sozialen Netzwerken und Online-Foren mit Kommentarfunktion. Der Vizepräsident verwies darauf, dass man sich am neuen Pilotprojekt „Justiz und Sport – konsequent gegen Hass“ beteiligt, das von der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) gemeinsam mit dem Bayerischen Staatsministerium der Justiz ins Leben gerufen wurde. Vizepräsident Dierl erinnerte an die Highlights des abgelaufenen Jahres aus den Abteilungen. Zum Ende bat er Yvonne und Christian Poschet stellvertretend für alle Ehrenamtliche auf die Bühne, bedankte sich unter lautstarkem Applaus bei dem Ehepaar.

Anschließend berichtete Vereinsmanager Julian Reich aus den Abteilungen. Mit Radsport, Running und Rugby gibt es drei neue Abteilungen, dazu mit Cricket und Paddle-Tennis zwei neue Sparten. Er konnte den höchsten Mitgliederstand in der Geschichte des Vereins verkünden, darunter viele, die aktiv bei den Sechzgern Sport betreiben. Das Vereinsheim „Bamboleo“ habe sich als Treffpunkt nicht nur an Spieltagen der Profis etabliert. Auch das Merchandising des Vereins sei eine Erfolgsgeschichte, zeitweise sei der Fanshop ausverkauft gewesen.

Den Bericht des Verwaltungsrats gab Sascha Königsberg ab. Alle Mitglieder des Gremiums positionierten sich sichtbar bei seinen Ausführungen hinter dem Vorsitzenden. Er sprach von einer professionellen und guten Zusammenarbeit mit dem Präsidium. „Es führt zu dem Zusammenhalt, den der Verein in der gegenwärtigen Situation braucht!“ Er bedankte sich ausdrücklich bei den scheidenden Dr. Markus Drees und Nicolai Walch, die dem Gremium über viele Jahre angehört hatten.

Die Kassenprüfer Reinhard Friedl und Peter Janka hatten bei ihrer Prüfung nichts zu beanstanden.

Anschließend folgte die Aussprache zu den Berichten, bevor Beatrice Wichmann das Mikrofon übernahm, um auf Tagesordnungspunkt Top 10 „Entlastungen des Präsidiums und des Verwaltungsrates für das Geschäftsjahr 2024/2025“ überzuleiten. Das Mitglied des Wahlausschusses gab einige Regularien und praktische Tipps zur Abstimmung bekannt, die offen erfolgte. Zunächst fand wie üblich die Vorabentlastung des Schatzmeisters Karl-Christian Bay für die Zeit bis 16.06.2024 bis 06.07.2025 statt. Mit 425 Ja-, bei 314 Nein-Stimmen wurde Bay entlastet. Danach wurde über das restliche Präsidium, Robert Reisinger und Norbert Steppe, für den Zeitraum von 16.06.2024 bis 06.07.2025 abgestimmt. Die Beiden erhielten keine Entlastung mit 382 Ja- bei 411 Nein-Stimmen.

Es folgte die Entlastung des Verwaltungsrats für das Geschäftsjahr 2024/2025. Es gab zwei Abstimmungen, weil Christian Dierl aufgrund seiner Kandidatur fürs Präsidium vorzeitig das Gremium verlassen hatte. Zunächst wurde über die Besetzung Sebastian Seeböck, Sascha Königsberg, Robert von Bennigsen, Christian Dierl, Dr. Markus Drees, Gerhard Mayer, Martin Obermüller, Nicolai Walch und Beatrix Zurek vom 16.06.2024 bis 18.02.2025 abgestimmt. Die Entlastung wurde mit 821 Ja- bei 44 Nein-Stimmen erteilt. Anschließend erfolgte die Abstimmung ohne das Mitglied Dierl vom 18.02.2025 bis 06.07.2025. Der achtköpfige Verwaltungsrat wurde mit 823 Ja- bei 42 Nein-Stimmen entlastet. Wahltechnisch war damit die Entlastung abgehakt.

Wichmann führte danach in das Thema der Ersatzwahl für den Verwaltungsrat ein. Anschließend stellten sich die Kandidaten Michael Graeter, Stefan Hartl, Dominik Heckmair, Jürgen Pusch, Nikolaus Schrenk, Uwe Seemann, Karl Sochurek und Jan Walla vor. Matthias Braumandl war verhindert, stand aber trotzdem zur Wahl.  

Nach einer kurzen Fragerunde an die Kandidaten ging es zur Abstimmung über insgesamt drei Ersatzmitglieder. Die Wahl fand in geheimer Abstimmung statt. Zu dieser Zeit befanden sich 1.114 stimmberechtigte Mitglieder im Saal. Während der Auszählung ging’s parallel mit „Top 12“ der Tagesordnung weiter: Die Wahl des stellvertretenden Seniorenvertreters. Hierzu gab es mit Melanie Kisters-Schmidl nur eine Kandidatin. Sie wurde mit 642 Ja- bei einer Gegenstimme in dieses Amt gewählt.

Als nächster Tagesordnungspunkt ging es um die Gründung zweier Gesellschaften. Zum einen um die Gründung oder Erwerb einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) für den Betrieb des Profifußballs beim TSV 1860 München in a) und in b) um die Gründung einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) mit dem Namen „Betriebsgesellschaft Sechzgerstadion mbH“. Beide Gründungen benötigen die Zustimmung durch die Mitgliederversammlung gem. Ziffer 11.3.6 Abs. 1 b) Hs. 1 Var. 2 mit einer Dreiviertel-Mehrheit.

„Wir wollen gewappnet sein, wenn es mit dem Fußball in der KGaA nicht weiter geht“, begründete Schaefer die Gründung der GmbH für den Betrieb des Profifußballs. Für diese Situation müsse man handlungsfähig bleiben, deswegen wolle man sich im Voraus die Zustimmung der Mitglieder einholen. Die Abstimmung folgte offen. 1.017 stimmten mit Ja, 6 mit Nein bei 1.132 stimmberechtigten anwesenden Mitgliedern. Damit wurde die Dreiviertel-Mehrheit locker erreicht. „Vielen Dank für die großartige Zustimmung“, sagte anschließend Präsident Mang.

Nun wurde in 13 b) die Gründung der „Betriebsgesellschaft Sechzgerstadion mbH“ behandelt. Vorher stellte Walter Lechner nochmals die Machbarkeitsstudie des Vereins zur „Ertüchtigung“ des Grünwalder Stadions vor.  Dem schloss sich eine kurze Fragerunde an, ebenso zur Gründung der Betriebsgesellschaft für das Sechzgerstadion. Wichmann fragte anschließend, wer einer Gründung einer Betriebsgesellschaft zustimmt. Mit Ja stimmten 1.016 Mitglieder, während es 6 Mitglieder ablehnten. Somit erreichte auch dieser Antrag die erforderliche Dreiviertel-Mehrheit.

Mittlerweile lagen die Ergebnisse der Ersatzwahl für den Verwaltungsrat vor. 888 Ja-Stimmen erhielt Dominik Heckmair, 862 Stimmen Jan Walla, 598 Stimmen entfielen auf Uwe Seemann. Alle drei nahmen die Wahl an und sind künftig Teil des Verwaltungsrats. Auf den Plätzen folgten Nikolaus Schrenk (276 Stimmen), Matthias Braumandl (132), Stefan Hartl (104), Karl Sochurek (95), Jürgen Pusch (52) und Michael Graeter (37).

Im Anschluss wurden unter Punkt 14 Anträge auf Satzungsänderungen und sonstige Anträge behandelt. Der Antrag zur Änderung von Ziffer 2.1 von Gernot Mang, Christian Dierl, Peter Schaefer, Heinz Schmidt und Thomas Probst wurde mit 403 Ja- bei 39 Nein-Stimmen angenommen. Der Antrag von Roman Beer zu den Ziffern 16.3, 15.6.4 und 16.2 ging ebenfalls mit 288 Ja- bei 6 Nein-Stimmen durch. Anton Hörger beantragte Änderungen der Satzung in den Ziffern 2.1, 16.1 und 16.7. Mit 324 Ja- bei 4 Nein-Stimmen wurde dieser Antrag angenommen.

Wichmann, die selbst erneut für den Wahlausschuss kandidierte, übergab an Schaefer, der die anschließende Wahl zum Wahlausschuss leitete. Als Kandidaten traten an: Tamara Hof, Michael Huber, Olaf Alberto Mankowski, Christian Poschet und eben Wichmann. Alle wurden ohne Gegenstimme gewählt. Hof erhielt 308 Ja-Stimmen, Huber 294, Mankowski 258, Poschet 285 und Wichmann 293. Alle Fünf nahmen die Wahl an und werden in den nächsten drei Jahren den Wahlausschuss bilden.

Unter „Verschiedenes“ gab es nur eine Wortmeldung. Um 17.20 Uhr sprach Präsident Mang das Schlusswort, betonte nochmals die Aufbruchstimmung im Verein. Er bedankte sich bei allen Helfern, die für einen reibungslosen Ablauf der Veranstaltung gesorgt hatten und wünschte allen einen guten Nachhauseweg. Die verbliebenen Mitglieder skandierten „Einmal Löwe, immer Löwe“. Offiziell schloss Schaefer die Veranstaltung um 17.22 Uhr.

Die neuen Mitglieder im Verwaltungsrat (v. li.): Jan Walla, Uwe Seemann und Dominik Heckmair.

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