Doppeltes Comeback der Löwen beim 2:2 in Schweinfurt
Die Löwen beendeten ihren ersten Auftritt in der Regionalliga Bayern mit eiem 2:2, mussten dabei zweimal einem Rückstand hinterherlaufen. Jason Prodanovic hatte die Gastgeber in der 2. Minute in Führung gebracht, Michael Eberwein glich vor der Pause aus (34.). Im Nachschuss brachte Michael Dellinger bei einem parierten Elfmeter von Vitus Eicher die Schnüdel erneut in Front (65.), der eingewechselte Arian Ortivero Calderon traf mit seiner ersten Spielaktion zum Endstand (70.).
Personal: Trainer Alper Kayabunar musste in Schweinfurt auf die Rekonvaleszenten Tunay Deniz, Noah Klose, Damjan Dordan, Brahim Moumou und Samuel Althaus verzichten. Mathew Collins erhielt erst nach der Abreise nach Schweinfurt die Spielberechtigung, spielte deshalb abends zuvor in der U21 gegen Schalding-Heining (1:1), ebenso wie Edon Krasniqi.
Spielverlauf: Die Löwen wurden in der 2. Minute kalt erwischt. Lauris Bausewein setzte sich auf der rechten Seite durch, Felix Weber grätschte an der Grundlinie, der Ball kam trotzdem zurück Richtung Fünfmeterkante, wo Jason Prodanovic aus sechs Metern freistehend ins rechte Eck zum 1:0 für die Schnüdel einköpfte. Dieser Treffer spielte den Unterfranken, die zu Hause sehr defensiv aufgestellt waren, zunächst in die Karten. Sie zogen sich noch weiter zurück und verlegten sich aufs Kontern. Florian Niederlechner kam nach Rechtsflanke von Julian Bell am zweiten Pfosten zum Kopfball, setzte die Kugel aber aus sieben Metern genau in die Arme von Keeper Jan Mottl (5.). Nach einem schönen Pass von Philipp Hack in die Schnittstelle ging Prodanovic Richtung Tor, konnte halblinks erst im letzten Moment von Lasse Faßmann abgegrätscht werden. Der Ball landete bei dem nachsetzenden Hack, der aus 16 Metern aber übers 1860-Tor zielte (18.). Dennis Dressel wäre drei Minuten später fast der Ausgleich gelungen. Sein 17-Meter-Schuss wurde noch leicht abgefälscht, trotzdem konnte Mottl den Abschluss parieren, auch den Nachschuss von Niederlechner aus kurzer Distanz killte der Keeper (21.). Beinahe hätte ein Eckball von Lance Fiedler von links, den er scharf mit rechts vors Tor gezogen hatte, zum 1:1 geführt, doch Michael Dellinger am ersten Pfosten hatte aufgepasst, konnte die Hereingabe zur erneuten Ecke entschärfen (25.). In der 34. Minute der hochverdiente Ausgleich für die Sechzger. Eine Flanke von rechts durch Bell nahm Michael Eberwein im Zentrum aus neun Metern mit dem Oberschenkel an, schloss mit dem zweiten Kontakt zum 1:1 ab. In dieser Szene spielte der Stürmer seine ganze Routine und Coolness aus! Ein Solo über die linke Seite schloss Emre Erdogan vom vorderen Strafraumeck mit rechts ab, doch Mottl parierte den Schuss aufs lange Eck. Leider war kein Löwe zur Stelle, der den Abpraller hätte verwerten können (42.). Ein Freistoß aus dem linken Halbfeld, den Fiedler schlitzohrig ans linke Fünfmetereck chipte, verpasste Niederlechner knapp (45.). Kurz danach war Pause.
Nach Wiederanpfiff gingen die Löwen vorne früh drauf, versuchten die Schweinfurter gleich im Spielaufbau unter Druck zu setzen. Ein Fallrückzieher von Eberwein aus neun Metern nach Hereingabe von rechts durch Cristian Leone verfehlte nur knapp das Ziel (48.). Im Anschluss an einen weiten Einwurf von Fiedler, der abgewehrt wurde, machte Dennis Dressel den Ball nochmals scharf, köpfte ihn Richtung Elfmeterpunkt, wo sich aber Eberwein und Felix Weber gegenseitig behinderten, so dass aus neun Metern kein richtiger Abschluss zustande kam (54.). Nicht genug Druck brachte Erdogan beim Kopfball nach Eberwein-Flanke im Zentrum aus acht Metern aufs Spielgerät (58.). Beinahe erneut aus dem Nichts die Führung für die Gastgeber. Einen Schuss von Hack halblinks aus zehn Metern mit rechts klärte Faßmann für seinen geschlagenen Keeper Vitus Eicher vor der Linie (61.). Zwei Minuten später pfiff Schiedsrichter Felix Weber Elfmeter für Schweinfurt. Fiedler soll Mustafa Özden getroffen haben (63.). Dellinger lief an, Eicher parierte den Schuss, war aber gegen den Nachschuss machtlos (65.). Etwas mehr als zwei Minuten nach seiner Einwechslung erzielte Arian Calderon Ortivero den Ausgleich. Erdogan hatte den Ball an den zweiten Pfosten gelupft, der eingelaufene Stürmer übersprang seinen Gegenspieler, traf per Kopf ins rechte lange Eck zum 2:2 (70.). Nach einem Eckball von links durch Fiedler verpasste Ortivero Calderon nur knapp (78.). Im direkten Gegenzug musste Eicher weit aus seinem Tor, um vor dem schnellen Leonard Krasniqi im Halbfeld zu klären (78.). In der Schlussphase passierte vor beiden Toren zunächst wenig. Plötzlich hatten die Löwen nach einer Kontersituation nochmals die Chance zum Lucky Punch. Der eingewechselte Fabio Wager flankte vom linken Strafraumeck an den zweiten Pfosten auf Ortivero Calderon, der kam zum Abschluss, doch der Winkel war zu spitz, so dass Mottl den Schuss aus sechs Metern parieren konnte (88.). Einen Aufreger gab es noch in der 2. Minute der Nachspielzeit. Pietro Besso hatte nach einem Freistoß den Ball ins 1860-Tor geköpft, doch der Schiedsrichter-Assistent zeigte sofort Abseits an. Somit blieb es bei der Punkteteilung.
TRAINERSTIMMEN
„Wir hätten natürlich gerne gewonnen“, gab Löwen-Trainer Alper Kayabunar offen zu. „Alle hatten das Gefühl, dass mehr drin war, dass wir mit einem Dreier hätten nachhause fahren können.“ Sein Team sei „sehr ungünstig“ ins Spiel gestartet. „Mit der allerersten Aktion bekommen wir das Gegentor. Da hat man gemerkt, dass wir in der Konstellation noch nie zusammengespielt haben, die Abstimmung gefehlt hat.“ Die ersten 20 Minuten hätte seine Mannschaft gebraucht, um ins Spiel zu kommen. „Danach hatten wir sehr viel Kontrolle, schießen dann auch den Ausgleich. Das war in dieser Phase verdient.“ In der 2. Halbzeit hätte Schweinfurt wieder mehr gemacht. „Wir haben gut dagegengehalten. Leider kassieren wir durch eine Standard-Situation einen Elfmeter, wo Vitus pariert, aber der Nachschuss verwertet wird.“ Der 40-Jährige lobte die Moral der Mannschaft. „Es war gut, dass wir relativ schnell den Ausgleich geschossen haben. Vielleicht hätten wir danach noch die eine oder andere Situation besser zu Ende spielen können. Aber im Großen und Ganzen können wir mit dem Punkt heute leben.“ Mit der Art und Weise des Auftretens sei er zufrieden. „Viele haben heute das erste Mal für Sechzig oder in der Regionalliga gespielt. Dementsprechend können wir auf die heutige Leistung aufbauen.“
Schweinfurts Coach Jan Gernlein sah das Spiel auch als Antwort auf die Kritiker und als Bestätigung seiner Arbeit. Für „eine Mannschaft, die das erste Spiel 1:5 verliert, die bereits angezählt wird und bei der angeblich alles schlecht ist“, sei dieses Unentschieden wichtig für den weiteren Saisonverlauf. „Wir haben das Spiel gut angenommen, waren für eine junge Mannschaft heute schon sehr weit, hätten hintenraus sogar gewinnen können“, zeigte er sich zufrieden. „Der Rahmen war der Rückkehr der Löwen von beiden Fanlagern her würdig. Für uns war das heute ein sehr, sehr wichtiger Punkt!“
STENOGRAMM, 2. Spieltag, 01.08.2026, 14.03 Uhr
1. FC Schweinfurt 05 – TSV 1860 München 2:2 (1:1)
S05: 37 Mottl (Tor) – 26 Pfarr, 4 Frisorger, 5 Theinhardt, 17 Prodanovic – 6 Mrozek – 21 Bausenwein, 20 Özden, 15 Fery, 7 Hack– 10 Dellinger.
Ersatz: 1 Brätz (Tor) - 8 Ebner, 9 Geisler, 11 Schmitt, 19 Piwernetz, 23 Besso, 27 Adelabu, 29 Krasniqi, 33 Hushcha.
1860: 30 Eicher (Tor) – 2 Bell, 33 Faßmann, 4 Weber, 47 Fiedler – 8 Wach, 14 Dressel – 17 Leone, 19 Erdogan – 13 Eberwein, 7 Niederlechner.
Ersatz: 1 Bachmann (Tor) – 6 Hoppe, 9 Wagner, 12 Ortivero Calderon, 18 Pereira de Azambuja, 22 Husic, 24 Gevorgyan, 36 Grancay, 39 Estermann.
Wechsel: Piwernetz für Bausenwein (56.), Besso für Frisorger (56.), Krasniqi für Pfarr (67.), Ebner für Prodanovic (67.), Adelabu für Dellinger (80.) – Husic für Wach (67.), Ortivero Calderon für Niederlechner (67.), Gevorgyan für Leone (75.), Wagner für Erdogan (87.).
Tore: 1:0 Prodanovic (2.), 1:1 Eberwein (34.), 2:1 Dellinger (65.), 2:2 Ortivero Calderon (70.).
Gelbe Karten: Fery, Özden, Hack, Piwernetz – Bell, Gevorgyan.
Besonderes Vorkommnis: Eicher pariert Foulelfmeter von Dellinger (65.).
Zuschauer: 7.567 im Sachs-Stadion.
Schiedsrichter: Felix Wagner (Glött); Assistenten: Kenny Abieba (Nürnberg), Luca Fritsch (Diepersdorf); Vierter Offizieller: Marco Göbet (Rimpar).