Trauer um Löwenpfarrer Valentin Tremmel

Der TSV München von 1860 e.V. trauert um Valentin Tremmel. Fast 90-jährig schlief er am 21. Oktober 2021 in Obing ein, wo er seit 1969 bis zu seinem Ruhestand als Geistlicher tätig war. Die Fans und viele Vereinsmitglieder kannten Tremmel nur als „Löwenpfarrer“.

Kultstatus erreichte Tremmel mit verschiedenen Aktionen. Er war es, der Anfang der 1990er Jahre  die erste großen Blockfahne im Grünwalder Stadion vor der Westkurve segnete. Nach dem 2:1-Derby-Sieg 1999 rannte er, nach der Rückkehr mit dem Fanbus in seine Gemeinde, zuerst in die Sakristei und läutete die große Glocke Sturm. Und wenn der Pfarrer am Samstagabend den Vorabendgottesdienst hielt, trug er nicht selten unter dem Messgewand das Sechziger-Trikot und den Fanschal, weil die Zeit zum Umziehen nicht mehr gereicht hatte. Auch den Trauer-Gottesdienst  für Rudi Brunnenmeier und den ehemaligen 1860-Präsidenten Karl-Heinz-Wildmoser leitete Tremmel.

Valentin Tremmel bekam von der Gemeinde Obing vor zwei Jahren einen eigenen Parkplatz.

Der Löwenpfarrer verband Geistliches und Weltliches miteinander. Am 7. Juli 1957 zum Priester geweiht, war er nebenher langjähriger Vorstand des Löwen-Fanclubs Obing/Kienberg/Waldhausen und seit 1. Juli 1991 Mitglied im Verein. Sechzger-Fan war der am 7. November 1931 geborene Tremmel nach eigenem Bekunden bereits seit 1948.

Auch sein Autokennzeichen TS-TV 860 kündete von seiner Leidenschaft. Vor zwei Jahren im Rahmen eines Jubiläumsgottesdienst würdigte ihn Obing für sein jahrzehntelanges Engagement in der Pfarrgemeinde und schenkte ihm einen Löwen-Fan-Parkplatz, an dem sein Kennzeichen angebracht worden war.

In tiefer Anteilnahme nimmt die Löwenfamilie Abschied von Pfarrer Valentin Tremmel. Er wird seinen Sechzgern auch im Jenseits die Daumen drücken.

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