Radlrudel: Auf der Suche nach neuen Herausforderungen

Tom Mader erzählt von seiner Suche nach sportlichen Grenzerfahrungen. Unter dem Motto: „Keine Gnade für die Wade“ geht es beim Everesting am Deggendorfer Ulrichsberg hoch und runter – genauer gesagt 8.848 Höhenmeter mit dem Rennrad.

Wie alles begann bzw. warum macht man das?

Im Jahr 2016 habe ich von Sascha Mölders Marathonlauf erfahren. Saschas Fazit laut Abendzeitung: „Das mache ich nie mehr!“ Ich stellte mir die Frage, ist das wirklich so schwer? Ich glaube, ich muss das probieren! Beim Toreschießen fehlen mir die Qualitäten, aber beim Marathon kann ich den Sascha schlagen (ca. 25 Jahre A-Klassen-Kicker). Anmeldung für den Linz Marathon im Jahr 2018 – mit sieben Monaten Trainingszeit. Mein Ziel, den Marathon unter vier Stunden zu finishen, wurde erreicht. Im gleichen Jahr folgte der München Marathon, wo ich das nette Laufrudel der Münchner Löwen kennengelernt hatte. Wo bekomme ich nur das tolle Lauftrikot her? Linda Sarmiento hat mir weitergeholfen. Was soll mit dem Löwen auf der Brust schon schiefgehen? Da geht mehr!

Die nächsten Herausforderungen mussten her.  Anmeldung zum Brixen Marathon für das Jahr 2019. 42,195 Kilometer und ca. 2.340 Höhenmeter waren zu bewältigen. Diverse Trails und Marathonläufe in den Alpen folgten. Als Abwechslung habe ich Mitte 2019 das alte Rennrad ausgepackt und viele Spaßkilometer auf dem Renner gesammelt. Tagestouren von ca. 200 Kilometern waren schnell kein Problem mehr.

Eine von 25 Abfahrten für Tom Mader beim Everesting am Deggendorfer Ulrichsberg.

Irgendwann kam wieder mein Kindheitstraum hervor, der Triathlon in Roth , die Langdistanz. Ich fragte mich: Kann Schwimmen so schwierig sein? Als absoluter Rookie habe ich im Sommer 2019 das Kraulen gelernt. Was anfänglich noch eine Katastrophe war, wurde immer besser und 2020 habe ich meine erste Triathlon-Langdistanz (3,8 km/180 km/42,195 km) beim Knappenman in der Lausitz gefinisht. Eigentlich war ich für die Challenge Roth angemeldet, aber die wurde auf 2021 verschoben.

Mein Trainingsplan wurde bzw. wird immer abwechslungsreicher, vielfältiger, spannender, extremer etc.. Der wöchentliche Umfang umfasst aktuell ca. 16 Stunden  –  etwa 5.000 Meter  Schwimmen, 225 Kilometer Radfahren und 60 Kilometer Laufen. Die Löwen sind immer mein treuer Trainingsbegleiter, entweder durch die spannenden Fußballspiele oder durch die Slalomkünste von Linus Strasser oder durch die sehr informativen Pressekonferenzen unseres Cheftrainers Michael Köllner, bei denen man auch mental sehr viel lernen kann. Danke an dieser Stelle! Wenn Zuschauer wieder zugelassen sind, stehe ich natürlich wieder in der West!

Auf der Suche nach neuen Herausforderungen – das Everesting
Kurz vor 23 Uhr war es geschafft nach 312 Kilometern, 8.860 Höhenmetern sowie 18 Stunden und 48 Minuten.

Die Idee entstand sehr spontan und war nicht groß geplant, da man vom Wetter abhängig ist und Dauerregen nicht wirklich Spaß macht. So wurde der Feiertag am Donnerstag, 3. Juni 2021, angepeilt. Am Vortag arbeitete ich bis 17 Uhr, danach noch ein kleines Schwimmtraining, Rad poliert, Essensvorräte eingepackt, Sportuhr geladen, Radlrudel-Outfit gebügelt, Freundinnen und Freunden vom Plan erzählt – 4 Stunden geschlafen und um 4.07 Uhr erfolgte der Startschuss für mich und meinen Radkollegen. 25 mal musste der Deggendorfer Ulrichsberg erklommen werden, jede Runde war ca. 12,5 Kilometer lang mit 355 Höhenmetern. Pro Runde haben wir ca. 40 Minuten eingeplant, wobei die ersten Runden viel schneller gingen und wir uns die ersten Pausen „herausfahren“ konnten.

Nach Verbrauch einiger Bananen, Gels, Riegel, Nüssen, Obst, Kuchen etc. lagen wir gegen Mittag sehr gut im Plan. Doch am Nachmittag zur 2. Halbzeit wurde es von Bergfahrt zu Bergfahrt bei 27 Grad immer schwieriger. Zum Glück gesellten sich immer wieder Trainingskolleginnen und -kollegen hinzu, denn irgendwann wird es mental schwierig und extrem langweilig. Bisher war ich Wettkämpfe mit maximal elf Stunden gewohnt, aber beim Everesting waren es insgesamt 18 Stunden und 48 Minuten. Der ganze Tag war ein auf und ab und man erlebt viele Höhen und Tiefen. Nach ca. 312 Kilometern, 8.860  Höhenmeter, 11.000 verbrauchten Kalorien, zwölf Litern Getränke haben wir um kurz vor 23 Uhr die Ziellinie erreicht.

Fazit: Kann man machen, muss man aber nicht! Am Freitag war dann relaxen und essen (wie ein Löwe) angesagt. Aber nach dem Rennen ist vor dem Rennen, denn jetzt beginnt die Vorbereitung für die nächsten Wettkämpfe (70.3 Walchsee, 70.3 Maastricht) und das Saison Highlight am 5. September 2021 in Roth wartet auch noch auf mich.

Auf die Löwen! Euer Tom.

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