Skilöwe Linus Straßer gewinnt Slalom in Zagreb

Zum ersten Mal in seiner Karriere schaffte es Skilöwe Linus Straßer in seiner Paradedisziplin Slalom im Ski-Weltcup ganz oben aufs Treppchen. Sein bisher bestes Resultat war ein 5. Platz. Der TSV 1860 München gratuliert recht herzlich.

Beim Slalom in Zagreb fuhr der Münchner, der für den TSV 1860 startet, im zweiten Durchgang von Rang acht noch ganz nach vorne. Es ist der erste Slalomsieg für den Deutschen Skiverband (DSV) seit Dezember 2017. Damals gewann Felix Neureuther im finnischen Levi.

Der König der Löwen: Linus Straßer auf dem Thron in Zagreb.

Straßer zeigte bei Nebel einen löwenstarken zweiten Lauf und distanzierte die gesamte internationale Konkurrenz. Nach zwei Durchgängen hatte er 0,10 Sekunden Vorsprung vor dem Österreicher Manuel Feller. Dritter wurde Fellers Landsmann Marco Schwarz (+ 0,16 Sekunden). Der frühere Junioren-Weltmeister Clément Noël, der nach dem ersten Lauf noch klar geführt hatte, wurde bis auf den 7. Platz durchgereicht.

Straßer stand schon einmal ganz oben auf dem Podest. Im Januar 2017 hatte der 28-Jährige den City-Event in Stockholm im Parallelmodus gewonnen, der aber nicht als Weltcupsieg zählt. „Es ist ein bisschen surreal, aber auch gigantisch“, sagte der Skilöwe, der sich vor dem Start gar nicht so gefühlt habe. „Es ist oft so. Wenn man es am meisten will, klappt es nicht. Wenn man es einfach laufen lässt, dann passiert’s“, so Straßer im ZDF. „Dass es ganz nach vorne reicht“, gab er zu, hätte er freilich „nie gedacht. Aber es ist Umso schöner!“

Dabei verlief Straßers Start in den Weltcup-Winter alles andere als optimal. In der Vorbereitung hatte er leichte Schmerzen im linken Knie. Er trainierte weiter, dabei entzündete sich eine Sehne. Drei Monate verpasste er dadurch Schneetraining. Die ersten Versuche im neuen Winter verliefen entsprechend holprig, Rang 29 im Parallelrennen in Lech/Zürs, Platz 18 zum Slalom-Auftakt in Alta Badia. In Madonna di Campiglio, kurz vor Weihnachten, preschte er schon wieder auf Rang sechs vor. Im kroatischen Zagreb feierte er dann den ersten Weltcup-Sieg. „Es ist ein bisschen surreal“, sagte Straßer. Die Zuschauer hätten ihm sehr gefehlt, bedauerte er. „Geteilte Emotionen sind die schöneren im Leben.“