Karl-Heinz Wildmoser starb vor zehn Jahren

Zum zehnten Mal jährt sich am 28. Juli 2020 der Todestag von Karl-Heinz Wildmoser. Der Ex-Präsident des TSV 1860 München war nicht unumstritten. Nichtsdestotrotz war er eine schillernde Figur. Die Löwen-Fußballer erlebten unter Wildmoser nach der Ära Adalbert Wetzel ihre erfolgreichste Zeit.

Trauerfeier in der Aussegnungshalle des Münchner Waldfriedhofs für Karl-Heinz Wildmoser.

Karl-Heinz Wildmoser leitete vom 17. Mai 1992 bis zum 15. März 2004 die Geschicke des TSV 1860 München als Präsident. In diese Zeit fielen der Durchmarsch von der Bayern- in die Bundesliga, die Teilnahme an europäischen Wettbewerben und als Höhepunkt 2000 die Qualifikationsrunde zur Champions League gegen Leeds United. Beim Bundesliga-Abstieg nach zehn Jahren war der „Präse“ nicht mehr in Amt und Würden. Zuvor waren ihm im Zusammenhang mit dem Bau der Allianz Arena Untreue und Bestechlichkeit vorgeworfen worden, weshalb er in Untersuchungshaft musste. Das Verfahren wurde schließlich mangels Tatverdacht eingestellt. Trotzdem räumte er seinen Posten, widmete sich fortan nur noch seinen Betrieben.

Der Großgastronom verstarb am 28. Juli 2010 im Münchner Krankenhaus Rechts der Isar im Alter von 71 Jahren. Infolge eines Schwächeanfalls, den er am 16. Juli nach einem Zahnarztbesuch erlitten hatte, wurde er in die Klinik eingeliefert. Bei der Untersuchung entdeckten die Ärzte einen bis zu neun Zentimeter großen, zentral gelegenen Tumor, der Teile des Gehirns verdrängte. Nach entsprechender Vorbereitung wurde der Tumor operativ komplett entfernt. Die Genesung nach dem Eingriff verlief sehr gut, bis Wildmoser am 27. Juli unerwartet einen Herzstillstand in Folge einer massiven Lungenembolie erlitt. Trotz sofortiger Reanimation und intensivmedizinischer Behandlung verstarb er am nächsten Morgen.

„Ob man ihn geschätzt hat oder ob man ihn mit Skepsis begleitete, ob man ihn bewunderte oder sich an seinem autokratischen Stile reiben musste, wir waren zutiefst geschockt, dass sein Löwen-Herz nicht mehr schlägt“, brachte es der damalige Münchner Oberbürgermeister Christian Ude, gleichzeitig lange Jahre Aufsichtsratsmitglied bei den Löwen, in seiner Trauerrede bei der Einsegnung auf dem Münchner Waldfriedhof auf den Punkt.