Antidiskriminierungsvereinbarung

Als klares Zeichen gegen Diskriminierung, Fremdenhass und Rassismus im Stadion hat Präsident Robert Reisinger, zusammen mit Vertretern der Stadt – Stadträtin und Fraktionsvorsitzende Verena Dietl, Referentin Beatrix Zurek, und der Leiterin der Fachstelle für Demokratie Miriam Heigl, und Vertretern der Vereine Benny Folkmann (FC Bayern München) und Max Kothny ( Türk Gücü, München) und weiteren Vertretern von Löwenfans gegen Rechts, Freunde des Sech’zger Stadions und dem Fanprojekt laut der neuen Antidiskriminierungsvereinbarung entsprechende Schilder am Grünwalder Stadion angebracht.

Hier die zu diesem Anlass gehaltene Ansprache unseres Präsidenten im Wortlaut:

 

Vielen Dank für die Einladung, hier einige Worte sagen zu dürfen. Wir würden heute nicht zusammen an dieser Stelle stehen, hätten nicht engagierte Mitglieder meines Vereins die Stadt und uns immer wieder ermahnt, als Institutionen zu handeln.

 

Ich bin allen Fans dankbar, die mit ihrem persönlichen Engagement dafür sorgen, dass Rassisten und Menschenfeinde im Grünwalder Stadion und in Giesing einen schweren Stand haben.

 

Das Einstehen unserer Fans und Mitglieder für Menschlichkeit und gegen Rassismus und andere Diskriminierungsformen findet vor, während und nach Spielen des TSV 1860 München statt. Auf den Sitz- und Stehplätzen im Stadion und in den Straßen und Kneipen rundherum.

 

Das Stadion mit seinen gefüllten Tribünen am Spieltag bildet einen lebendigen, aber auch fragilen Organismus. Dieser Organismus arbeitet nur dann positiv, wenn die Bräuche der Fans und informelle Vereinbarungen auf den Rängen Rassismus und Menschenfeindlichkeit ohne wenn und aber ausschließen. Das ist bei uns glücklicherweise überwiegend der Fall.

 

Dieser Konsens ist aber nicht selbstverständlich und auch nicht von unbegrenzter Dauer, sondern er ist das gegenwärtige Ergebnis des Kampfes unserer Fans und Mitglieder.

 

Und – das muss man sich klar machen – der Wind kann sich drehen. Verändert sich das gesellschaftliche Klima, verändern sich auch Verhaltensweisen von Zuschauerinnen und Zuschauern bei öffentlichen Veranstaltungen wie dem Fußball. Der Einsatz für Menschlichkeit und gegen Rassismus und andere Diskriminierungsformen erfordert Zivilcourage und die Auseinandersetzung muss an Ort und Stelle immer wieder neu geführt werden.

 

Etwa die Hälfte der aktiven Sportlerinnen und Sportler des TSV 1860 München haben migrantische Wurzeln. Wem es generell an Respekt gegenüber verschiedenen Weisen zu leben mangelt, der ist bei Veranstaltungen unseres Vereins schlicht und ergreifend falsch. Der TSV 1860 München ist multikulturell und damit ein typisches Abbild der Stadtgesellschaft.

 

Stadionordnungen allein helfen nicht gegen rechtsradikale Propaganda, aber sie schaffen einen verbindlichen Rahmen, der Handlungsmöglichkeiten eröffnet. Der Kampf gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus und Homophobie ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Als Verein stellt sich der TSV 1860 München seiner Verantwortung. Es wichtig, sich offensiv mit Kräften auseinanderzusetzen, die zerstörerisch auf die Vielfältigkeit unseres Gemeinwesen wirken.