Ghanaische BoxerInnen aus Ali Cukur-Dokumentation zu Besuch in Deutschland

Diejenigen unter Euch, die den Film „Lionhearted – Aus der Deckung“ bereits gesehen haben, wissen, dass der Leiter unserer Boxabteilung Ali Cukur (Preisträger der Rupert Neudeck-Medaille für Mut und Menschlichkeit) 2015 eine Reise nach Ghana mit ein paar seiner BoxerInnen unternommen hat, um zwei Boxclubs dort zu besuchen, die wir mittlerweile als feste 1860-Freunde ansehen, die Charles Quartey-Boxstiftung sowie den Attoh Quashie-Boxclub. Sechs BoxerInnen dieser beider Clubs sowie jeweils ein Trainer sind nun bei uns zu Gast gewesen, um an zwei Standorten (München und Dortmund) an unterschiedlichen Aktivitäten teilzunehmen, die auch über das Boxen hinausgingen.

In München: Zum einen haben wir gemeinsam mit den Münchner Kammerspielen (laut dem „Theater Heute“-Magazin das „Theater des Jahres 2019“) und dem Goethe-Institut das Boxen ins Theater gebracht und somit, unter anderem, eine neue Zielgruppe erreichen, für das Boxen begeistern und vielleicht sogar gewinnen können. Konkret sind sechs unserer Löwen gegen die ghanaischen BoxerInnen angetreten und haben für ein Spektakel gesorgt, das anschliessend von den sozialen Medien sowie der Presse in höchsten Tönen gefeiert wurde (siehe auch Medien-Links unten).

Foto von der gemeinsamen Trainingseinheit am Abend vor den Kämpfen (Foto: 1860)

Zuvor wurde noch der Dokumentationsfilm gezeigt und es gab anschliessend eine Gesprächsrunde mit dem Publikum, an der auch der Trainer Charles Quartey teilnahm, um vor allem von den Trainings- und Lebensbedingungen in Ghana zu erzählen.

 

 

 

In Dortmund: Zum anderen sind Ali Cukur, Antje Drinnenberg (die Produzentin und Regisseurin von Lionhearted) und Christoph Kowalewski (der Ghana-Projektkoordinator) mit den ghanaischen BoxerInnen nach dem Kammerspiel-Festival nach Dortmund gefahren, um am dortigen Stadtgymnasium mit SchülerInnen Workshops durchzuführen, die das Ziel hatten, die gegenseitigen Lebensrealitäten kennenzulernen, Verbindungen und Verantwortlichkeiten festzustellen (zum Beispiel: Elektromüllhalde in Ghana, auf der unsere alten Handys landen) und über gemeinsame Lösungsmöglichkeiten für die identifizierten Probleme zu sprechen. Dieser Aufenthalt war eine wundervolle Erfahrung für alle Beteiligten. Die ghanaischen Gäste wurden wie Stars behandelt; wenn sie durch die Gänge der Schule liefen, näherten sich ständig Gruppen von SchülerInnen, die Fotos mit Ihnen, abschlagen oder einfach ein bisschen reden wollten. In den Workshops wurde es zum Teil sehr emotional, wenn die SchülerInnen beispielsweise erfuhren, dass Mohammed Fuseini, einer der Boxer, früher auf der Elektromüllhalde arbeitete oder wenn Mariam, die Boxerin, den SchülerInnen mitteilte, dass sie nicht zur Schule gehen konnte und sich gewünscht hätte, ihre Möglichkeiten gehabt zu haben. Darüber hinaus wurde eine gemeinsame Sportunterrichtseinheit gestaltet, bei der Ali und die beiden ghanaischen Trainer die Instruktionen gegeben haben.

Ein anderes, sportliches Highlight war – und Ihr müsst nun stark sein 😉 – der Besuch des Signal Iduna-Stadions. Die ghanaischen BoxerInnen hätten sich nie geträumt, einmal an einem solchen Ort zu sein und haben die Besichtigungstour, die wir dort mit ihnen gemacht haben, mit dauerhaft strahlenden Augen begleitet.

Die wesentliche Vorbereitungsarbeit für das Programm in Dortmund wurde durch die Lehrerin Uta Juanita Heiermann geleistet, die eine Freundin und ehemalige Arbeitskollegin von Christoph Kowalewski ist, weshalb die Zusammenarbeit mit uns zustandekam.

Es gäbe noch viele Details zu erwähnen, aber um diesen Artikel nicht zu lang werden zu lassen, verweisen wir auf die Links unten zu der Medienberichterstattung an, bei der auch Videos zu sehen sind. Abschliessend sei noch erwähnt, dass wir stolz sind, dass wir unser Versprechen einlösen konnten, unserer ghanaischen Freunde endlich nach Deutschland einladen zu können. Wir danken jenen Vereinsmitgliedern, Sponsoren und sonstigen Beteiligten, die uns dabei geholfen haben, den Besuch möglich machen zu können und so erfolgreich umsetzen. Es bleibt dieses schöne Gefühl, etwas vollbracht zu haben, was dem Geist eines 1860ers entspricht: mit vollem Herzen dabei sein, das Beste geben, Solidarität zeigen und vorleben. Wir werden weiter über das Ghana-Projekt berichten, denn eigentlich hat es gerade erst so richtig angefangen…

 

Berichterstattung zum Film:

Falls Ihr noch weitere Artikel oder Videos gefunden habt, schickt Sie uns bitte an die folgende E-mailadresse: chris.kowa20@gmail.com

Und falls Ihr sie noch nicht kennt, hier die Ghana-Projekt-Facebook-Seite: https://www.facebook.com/loewennachafrika/

 

Artikela utor: Christoph Kowalewski