Laufen im Löwenrudel: Trio beim Nordkorea-Marathon.

Drei Löwen-Läufer nahmen am 7. April 2019 beim 30. Internationalen Mangyongdae Prize Marathon in der nordkoreanischen Hauptstadt Pyongyang teil.

Obwohl das Land schwer abgeschirmt und eine Reise dorthin beschwerlich ist, sind seit 2013 auch ausländische Teilnehmer zugelassen. Etwa 1.000 von ihnen nehmen jedes Jahr am Marathon teil.  In diesem Jahr waren erstmals drei Vertreter des TSV 1860 München e.V. beim Marathon am Start.

Nach einer pompösen Eröffnungszeremonie begann der Lauf im mit 50.000 begeisterten Zuschauern gefüllten Kim-Il-Sung-Stadion. Dort war auch das Ziel. Die Strecke führte durch die ganze Stadt, vorbei am berühmten Kim-Il-Sung Platz, dem Triumphbogen und dem großen Studienpalast des Volkes.

Der Wettbewerb ist die einzige Möglichkeit im Jahr, die Stadt „zu Fuß“ und ohne ständige Aufpasser zu erkunden und um mit der Bevölkerung in Kontakt zu kommen, die begeistert die autofreien Straßen säumt.

Das erfolgreiche Löwen-Tiro in Pyongyang (li.): Stefan Markt, Leo Preschl und Martin Plessmeier.

Leo Preschl überzeugte bei seinem ersten Halbmarathon, an dem 385 Läufer teilnahmen, mit einer Zeit von 1:58:11Std. (Platz 85) und unterbot sein persönliches Ziel deutlich. Sein Fazit: „Stabile Nummer!“

Stefan Markt startete mit einem Sturz, zeigte Zähne und lief seinen ersten Halbmarathon mit einer tollen Zeit von 2:13:25 Std. (Platz 153). „Ich bin froh, dass ich an diesem Lauf für 1860 München teilnehmen durfte. Der Wettbewerb stellt gleichzeitig den Höhepunkt meiner sportlichen Karriere dar!“

Martin Plessmeier wurde in der Vorbereitung durch einen Muskelfaserriss zurückgeworfen und absolvierte die 10-km-Strecke in einer beachtlichen Zeit von 1:32:59 Std. (Platz 160 unter 309 Startern). Seine Meinung zum Lauf: „Ohne Vorbereitung und mit konditionellen Schwächen gab es für mich nur ein Ziel: einfach unter zwei Stunden durchkommen. Dieses Ziel unterbot ich um knapp 30 Minuten. Ich bin von meiner Leistung selbst überrascht, aber auch stolz. Durch die ganzen Einheimischen und die Kinder an der Strecke, die einen immer wieder anfeuerten, gab es einfach den nötigen Ansporn und es pushte einen zusätzlich, um das Ziel zu erreichen. Die Schlussrunde vor 50.000 Menschen war dann einfach nur noch unglaublich!“

Während der Wartezeit bis zur Siegerehrung fand im Stadion außerdem ein Fußballspiel zwischen den Mannschaften „Leichtindustrieministerium“ und „Fischereiministerium“ statt.

Im Anschluss an den Marathon verbrachten die 1860-Athleten noch mehrere Tage in Nordkorea und besuchten unter anderem die demilitarisierte Zone (Grenze zu Südkorea), die großen Statuen der Führer und viele andere beeindruckenden Sehenswürdigkeiten.

Ein besonderer Dank geht an dieser Stelle an „Pyongyang Travel“ aus Berlin, die sich hervorragend um die Organisation sowie die Visumsbeschaffung kümmerten und mit Kim und Che zwei hervorragende Guides stellten.

30. Internationaler Mangyongdae Prize Marathon