Mehr Tradition geht nicht: Das Lindesportfest 2019

„Der Tradition verpflichtet“, so betitelte die Süddeutsche Zeitung am 11. März 2019 einen umfangreichen Artikel über das abgelaufene „Lindesportfest“.

Traditionell schien an diesem Wochenende alles zu sein. Wie die vielen Jahre zuvor fand das Meeting traditionell Mitte März zum 43. Mal in direkter Folge statt. Traditionell waren auch die über 1.000 Teilnehmer aus vier Ländern, fünf Bundesländern und traditionell auch 180 Südtiroler Athleten am Start, die mit dem SV Bozen den begehrten „Linde-Cup“ für die Gesamtwertung mit über die Alpen nahmen.

Traditionell vertreten waren neben dem Schirmherrn Dr. Albrecht von Linde, Präsident Robert Reisinger, der im perfekten Italienisch und mit großem Applaus die Südtiroler begrüßte, auch Vizepräsident Hans Sitzberger. Ebenso gaben sich die Verwaltungsräte Sebastian Seeböck und Dr. Markus Drees sowie die Vereinsmanagerin Viola Oberländer die Ehre.

„Ein Vierteljahr Arbeit steckt in diesem Meeting, gepaart mit Aufregung und Bangen, ob alle Zusagen eingehalten werden, Lieferungen pünktlich erfolgen und Eltern und Studierende als Helfer in genügender Anzahl zur Verfügung stehen“, so Karl Rauh, Abteilungsleiter der 1860-Leichtathleten und Veranstalter. Für ihn ist „akribische Planung die halbe Miete!“ Leider fiel das Meeting dieses Jahr in die Faschingsferien, die einige der sonst anwesenden Sportler und Helfer zum Skifahren nutzten.

Eine Neuerung gab es allerdings: Die kindgemäßen Papphürden, die vor längerer Zeit angeschafft wurden, waren in die Jahre gekommen und verschlissen. Sie wurden nun durch bunte Kinderhürden ersetzt, was bei den Zehnjährigen große Freude auslöste.

Das Motiv, warum ein Fünftel der Teilnehmer aus Südtirol kommt und immerhin an einem Tag eine Reise von 600 Kilometer auf sich nimmt, ist leicht zu eruieren. „Uns fehlt eine adäquate Halle mit einer Rundbahn und München ist für uns ein Muss wie das Oktoberfest“, so Bruno Telchini, der Vorsitzende des SV Bozen. Außerdem sei es ein prima Abschluss der Wintersaison. „München ist immer eine Reise wert“, schwärmte er.

Mit dieser Veranstaltung kommt die Leichtathletikabteilung der Löwen seit Jahrzehnten dem Wunsch vieler Schüler- und Jugendvereine nach, einmal im Jahr die optimalen Wettkampfbedingungen des Leichtathletik-Landes- und Bundesstützpunktes im Münchner Olympiapark nutzen zu können.

Durch die qualifizierte Ausrichtung des Meetings wurde zudem der Name TSV München von 1860 einmal mehr weit über Bayerns Grenzen hinaus getragen – auch wenn es wirtschaftlich gesehen traditionell für die Abteilung auch heuer wieder ein Zuschussgeschäft darstellte, da die Einnahmen aus Startgeldern nicht gesteigert werden können und die Ausgaben von Jahr zu Jahr sich erhöhen.

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