Löwinnen turnen auf höchstem Niveau

Beim TSV 1860 München wird Leistungssport nicht nur im Fußball großgeschrieben. Insbesondere auch in der Turnabteilung. In der rund 500 Mitglieder großen Abteilung, der zweitgrößten der insgesamt 15 Löwen-Abteilungen, befinden sich einige hoffnungsvolle Nachwuchs-Athletinnen in der Sparte Rhythmische Sportgymnastik (RSG).

Sophie Trinz, RSG-Athletin des TSV 1860 München.

In jener olympischen Disziplin, in der aktuell gerade die WM im bulgarischen Sofia läuft, haben sich vier Talente in der jüngsten Vergangenheit mit starken Ergebnissen hervorgetan. Hinter Vorzeigesportlerin Sophie Trinz bewegen sich die dieses Jahr erneut zum Talentsichtungslehrgang des Bayerischen Turnverbands (BTV) für den bayerischen Kader eingeladenen Dejla Hasanovic, Amna Memic und Emma Lena Pacack auf höchstem Niveau. Die 14 Jahre alte Münchnerin Trinz wurde in diesem Jahr bayerische Vizemeisterin in der Wettkampfklasse und war beim Deutschland Cup zweitbeste bayerische Gymnastin. Für Turn-Abteilungsleiterin Linda Seidl haben derartige Erfolge in ihrer Abteilung einen hohen Stellenwert. „Unser Sparte Rhythmische Sportgymnastik ist wichtig, weil es zeigt, dass neben dem Fußball auch andere Abteilungen erfolgreichen Leistungssport zeigen können“, sagt die 33-jährige Münchner Lehrerin.

Gute Voraussetzungen im Landesleistungszentrum – noch umfangreichere Hallenkapazitäten fehlen

Drei bis viermal die Woche trainieren die aktuell 17 weiblichen RSG-Turntalente der Löwen im Alter zwischen fünf und 14 Jahren mit großer Disziplin. Auf der 14 Mal 14 Meter großen Weichbodenmatte des BTV- Landesleistungszentrums an der Höglwörther Straße oder in Schulturnhallen werden dabei Choreografien einstudiert. Ein intensives Aufwärmprogramm mit Dehnübungen zur Vorbereitung auf die in dieser Sportart häufigen Spagat-Bewegung, das Erlernen von Körpertechniken sowie Kraft- und Konditionseinheiten gehören außerdem dazu. RSG-Trainerin Natalie Ebbighausen sieht für ihre Gruppe gute Voraussetzungen für den Leistungssport. „Das Landesleitungszentrum bietet uns Trampoline, Geräte und viel Platz. Das sind natürlich gute Voraussetzungen“, sagt die 38-jährige Unterföhringerin mit C-Trainer-Landeslizenz.

Um allerdings weiter zu wachsen, fehlen den „Löwen“ wie vielen anderen Sportvereinen in der bayerischen Landeshauptstadt Hallenkapazitäten. Zum anderen eignen sich nicht alle Hallen für diese Sportart, in der die Athletinnen ihr Sportgerät bei der Kür schon mal acht bis zehn Meter hoch in die Luft werfen müssen, um es nach Sprüngen, Drehungen und Rollen wieder auffangen zu können. Weil eine Wettkampffläche nicht mehr Trainingsteilnehmer als die aktuelle Gruppenanzahl zulasse, habe man sich aktuell für einen vorübergehenden Aufnahmestopp bei der erfolgreichen RSG-Sparte entschieden. Allerdings plant Ebbighausen, ab nächstem März wieder neue sportliche und gelenkige Kinder ab fünf Jahren aufzunehmen.

Weg zu Olympia-Teilnehmerinnen noch lange

Gegenüber der Konkurrenz sind die Sechzger allerdings schon einen Schritt voraus. Im Vergleich zu den beiden anderen Münchner RSG-Vereinen TS Jahn München und TSV München Milbertshofen, haben die Löwen bereits in der Randsportart erfolgreiche Kader-Athletinnen etabliert und Trainingsvoraussetzungen für Leistungssport geschaffen. Der Weg zu einer Olympia-Teilnehmerin aus den Reihen der Löwen ist allerdings noch lange. Um bei der trainingsintensiven Sportart in die Leistungsklasse der Deutschen Top-Sportler zu kommen, sind aktuell noch keine Kapazitäten vorhanden. „Das würden wir nur schaffen, wenn wir fünf bis sechs Mal die Woche trainieren könnten. Und das schaffen wir im Moment mit unseren Kapazitäten nicht“, sagt die ehrenamtlich tätige Ebbighausen.

Robert M. Frank

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